Elternabend Faszination Smartphone und soziale Medien

Am vergangenen Montag fand an der Schule ein Elternabend zur Medienerziehung statt, der von der Referentin Frau Bijelic moderiert wurde. Zu Beginn des Abends wurde ein anschaulicher Vergleich herangezogen: So wie Kinder im Alter von etwa 3 bis 6 Jahren das Fahrradfahren erlernen, würde man sie als Eltern doch niemals sofort unkontrolliert auf die Hauptstraße schicken – analog dazu müssen auch Kinder im Umgang mit digitalen Medien behutsam an die Thematik herangeführt werden. Zudem wurde betont, dass es in der Verantwortung der Eltern liegt, zu erziehen und Orientierung zu bieten, wenn man als Eltern nicht riskieren möchte, dass Freunde und Mitschüler:innen unkontrolliert als Miterziehende in den Internetkonsum hineingezogen werden.
Elternabend Faszination Smartphone und soziale Medien

Der Abend begann mit einem interessanten Rückblick auf die Medien, die Eltern in ihrer Kindheit nutzten – von Gameboyspielen, die man noch komplett durchspielte, bis zu Tamagotchis, die regelmäßig gefüttert werden mussten. Diese historische Perspektive machte deutlich, dass medienbezogene Konflikte bereits immer bestanden haben und keine neue Erscheinung sind.
Im Mittelpunkt stand das Smartphone mit seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten. Frau Bijelic hob hervor, dass Kinder schon in den frühesten Lebensjahren am Vorbild der Eltern lernen, wie selbstverständlich Apps wie WhatsApp und YouTube Teil des Alltags sind. Dabei wurde auch aufgezeigt, dass die vielfältigen Funktionen – von der digitalen Kommunikation über den Austausch von Bildern bis zum Abspielen von Kinderliedern im Internet – erheblichen Einfluss auf das Medienverhalten der Kleinen haben. Dies führte zu einer kritischen Selbstreflexion der Eltern hinsichtlich ihres eigenen Umgangs mit digitalen Medien.
Ein besonders interaktiver Teil des Abends war die Diskussion, in der unter anderem WhatsApp-Chatverläufe, die auf Zetteln verteilt wurden, besprochen wurden. Dabei ging es um verstörende Kettenbriefe wie „Momo", der Kindern drohte, sie und ihre Familien zu verletzen, sofern nicht bestimmten Anweisungen Folge geleistet würde. Auch harmlose Emoji-Reihen, die dennoch leicht zu Missverständnissen führen können, kamen zur Sprache. Zusätzlich wurden Videos von Onlinespielen gezeigt, in denen Squid-Game-Figuren auftauchten sowie Beispiele von In-App-Käufen bei vermeintlich harmlosen Spielen, die zu unerwarteten Kosten führen können. Hier gab es schon Ausgaben in vierstelliger Höhe durch das Spielverhalten der Kinder. Diese Vielfalt an Themen verdeutlichte die zahlreichen Facetten digitaler Kommunikation und ihre potenziellen Gefahren.
Ein weiterer Aspekt lag in der Problematik, dass soziale Netzwerke zahlreiche positive, aber auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringen können – beispielsweise kann deren Nutzung zur Förderung von Magersucht beitragen. Gleichzeitig wurde auf vielfältige Informationsangebote für Eltern hingewiesen, die ihnen dabei helfen, diese und weitere Problemfelder besser zu verstehen und angemessen zu reagieren. Insgesamt machte der Abend deutlich, dass Kinder beim Umgang mit digitalen Medien stets begleitet und unterstützt werden müssen – ein reines Verbot führt nicht nur zu einer Entfremdung von den Eltern, sondern verhindert auch nicht, dass sie frühzeitig mit den digitalen Angeboten in Berührung kommen.
Frau Bijelic betonte abschließend die Wichtigkeit, verschiedene Anlaufstellen zur Unterstützung aufzuzeigen – dazu zählen beispielsweise die Medienscouts der Schule, die bereits in der fünften Klasse Unterrichtseinheiten zu WhatsApp-Regeln anbieten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule wurde als unerlässlich hervorgehoben, um präventive Angebote und Hilfestellungen effektiv umzusetzen.
Der Abend endete mit einem herzlichen Dank an Frau Bijelic für ihre wertvollen Einblicke und Anregungen. Der umfassende Rundumschlag zu den vielfältigen Problemen, denen Kinder in der digitalen Welt begegnen können, machte einmal mehr deutlich: Nur durch Erziehung, Begleitung und offene Kommunikation – und nicht durch strikte Verbote – lässt sich eine verantwortungsbewusste Mediennutzung nachhaltig fördern.

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