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Ausflug der Lateinkurse aus Jahrgang 09 und EF in das LWL-Römermuseum in Haltern am See

Am 3.6.2022 sind wir mit den Lateinkursen der EF und der Jahrgangsstufe 9 in das LWL-Römermuseum nach Haltern am See gefahren.

Römermuseum 1   Römermuseum 2

 

 

 

 

 

Zur Vorbereitung auf den Ausflug haben wir uns vorab im Unterricht mit Materialien des Museums beschäftigt, die auf der Website zu finden waren. Wir haben uns angeschaut, welche verschiedenen Berufe es zur Zeit der Germanen gab und wie die Römer und die Germanen am Rhein zusammengelebt haben. Dafür gab es von dem Museum anschauliche und erklärende Texte und Bilder, die wir zum Klären der Fragen verwenden konnten. Anschließend haben wir eine Präsentation erstellt, die genau diese Fragen beantworten sollte.

Am Tag des Ausflugs haben wir uns pünktlich um 7:50 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Münster getroffen und sind dann gemeinsam zu unserem Zug gegangen. Danach sind wir in den Zug eingestiegen und nach ca. 30 Minuten in Haltern angekommen. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Bahnhof aus sind wir gegen 8:45 Uhr am Museum angekommen und konnten den Museumsbesuch starten.

Römermuseum 3Zuerst hatten wir im Museum die Möglichkeit, Lederstücke mit griechischen Symbolen oder Tieren zu stanzen und auch Muster zu machen. Dafür gab es Vorlagen bzw. Motive aus Metall, von denen wir uns welche aussuchen konnten. Um zu drucken, hält man dann diesen „Stempel“ auf dem Lederstück fest und schlägt mit einem Gummihammer das Motiv ins Leder. Die Lederstücke durften wir nach dem Museumsbesuch auch mit nach Hause nehmen.

Als wir damit fertig waren, wurden wir in einen Ausstellungsraum geführt, in dem wir die Gründe der Römer für einen Überfall auf die Germanen besprochen haben und wir haben die verschiedenen Berufe, Lebensweisen und Waffen der Römer mit denen der Germanen verglichen. Hierzu wurden wir in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und haben jeweils unterschiedliche Aspekte bearbeitet. Es gab zum Beispiel die Bereiche „Ausrüstung“, „Militärlager“ und „Belagerungswaffen. Besonders beeindruckend fanden wir dabei, dass die Römer schon Fernkampfwaffen besaßen, wie zum Beispiel eine Manuballista (eine Handwaffe, ähnlich einer Armbrust). Die Pfeile, die damit abgeschossen wurden, konnten eine Geschwindigkeit von bis zu 190 km/h erreichen. Eine andere Fernkampfwaffe war ein Pfeilgeschütz, Scorpio. Dieses wurde benutzt, indem ein großer Pfeil in das Geschütz geladen wurde und bei Abschuss bis zu 300 m weit fliegen konnte. Es hatte eine große Durchschlagskraft. Während wir durch unseren Bereich gelaufen sind, haben wir die zuvor ausgeteilten Fragen beantwortet und diese am Ende dem Rest des Kurses präsentiert.

Bei der Präsentation der Gruppenarbeiten haben wir gelernt, was für verschiedene römische Werkzeuge für den Aufbau eines Zeltlagers wichtig sind und wofür sie speziell benutzt werden. Außerdem haben wir die Gründe für einen römischen Überfall geklärt, welche vor allem die Gewinnung von Bernstein, Holz oder Fußfesseln für Sklaven waren. Außerdem war es für die Römer wichtig, ihre Grenzen zu sichern und den Germanen gegenüber ihre Macht zu demonstrieren. Man konnte die Wohnsituation und die Lebensweise der Römer und der Germanen nachvollziehen und hat einen Einblick in die römische Kriegsführung bekommen; mit welchen Waffen wurde gekämpft, mit welcher Strategie und wie wurden Lager bei längeren Fußmärschen errichtet. Außerdem konnte man die Rüstung der Römer mit der der Germanen vergleichen. Durch diese Erkenntnisse wurde deutlich, dass die Römer den Germanen überlegen waren. Sie hatten eine Rüstung aus Metall, einen Schild und ein Kurzschwert. Die Germanen besaßen als einziges Rüstungsteil einen Helm und dazu einen Speer sowie eine Schleuder. Auch die Wohnsituation war sehr verschieden. Während die Römer in dicht zusammengedrängten Straßen in strenger Ordnung lebten, wohnten die Germanen jeder für sich allein und achteten nicht auf dichten Pflanzenbewuchs an ihren Häusern. Die Germanen lebten also im Gegensatz zu den Römern sehr unorganisiert. Trotzdem war es den Römern im Krieg nicht möglich, die Germanen zu bezwingen und so kam es dazu, dass der Rhein, der die beiden Völker getrennt hatte, als Grenze diente und die Germanen auf der einen Seite und die Römer auf der anderen Seite lebten. Des Weiteren haben wir gelernt, dass die Germanen nicht ein einziges Volk waren, sondern aus vielen verschiedenen kleinen Völkern bestanden, aber von den Römern als ein einziges barbarisches Volk angesehen worden sind.

Römermuseum 4   Römermuseum 5

 

 

 

 

 

Im Anschluss an die Gruppenarbeit hatten wir zusätzlich noch die Möglichkeit, einen Nachbau eines römischen Lagerplatzes zu sehen und ein Picknick zu machen. Kurz darauf sind wir auch schon wieder gefahren und waren ca. um 13:00 Uhr wieder am HBF Münster.
Das Römermuseum ist ca. 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt, weshalb es kein Problem war, dorthin zu laufen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, seine eigenen Lederstücke zu gestalten und auch den Nachbau eines Römerlagers zu begutachten. Außerdem hat es Spaß gemacht, in einer Gruppe neue Erkenntnisse über die Römer zu erarbeiten und diese Ergebnisse den anderen vorzustellen. Man hatte die Möglichkeit, eine römische Rüstung zu tragen und auch echte römische Werkzeuge aus der damaligen Zeit und passend dazu den Nachbau eines Zeltlagers zu betrachten. In der Ausstellung selbst hat uns vor allem gefallen, dass die Ausstellungsstücke (z.B. Knochen und Ähnliches) echt sind. Außerdem fanden wir die Playmobilfiguren interessant (und auch ein bisschen lustig), die dort überall in Reihe aufgestellt waren, da es die ungefähre Anzahl an Soldaten war, die in die Varus-Schlacht gezogen sind. Alles in allem hat uns der Ausflug gut gefallen und es war eine schöne Abwechslung zur Schule.
Von Semih Öztürk und Linus Machalica

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