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Zu Besuch im Gedächtnis von Westfalen am 09.01.2020

Der Leistungskurs Geschichte des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums besucht das Landesarchiv in Münster
Zu Besuch im Gedächtnis von WestfalenEine bewegte Geschichte hat Westfalen sicherlich gehabt und was dabei an Schriftgut erhalten ist, das wird eingesammelt, bewertet, restauriert und aufgehoben. Zuständig dafür ist das s.g. Landesarchiv am Bohlweg, also nur eine kurze Fahrrad- oder Busfahrt entfernt. Dass das Archiv aber auch als Arbeitsplatz für Historiker dient, war Grund genug für den Leistungskurs Geschichte (Q1), zusammen mit zwei Facharbeitsschreibern aus den Grundkursen Geschichte, sich dort im neuen Jahr mit wachem Blick umzuschauen.

Empfangen wurden die vierzehn Schüler im Landesarchiv von Dr. Wolfhart Beck, der den Schülerinnen und Schülern zunächst das Archiv als Arbeitsplatz vorstellte sowie die Funktionen und Abläufe im Haus erläuterte. Immer wieder in den Blick genommen wurden dabei auch Bedeutung und Schwierigkeiten der Digitalisierung für das Archivwesen.
Der folgende Gang durch das Archiv geriet geradezu zum Streifzug durch die Geschichte Westfalens, denn nachdem die SuS vom Lesesaal aus die Schulakten ihrer Heimatschule gesucht und gefunden hatten, visualisierte Herr Dr. Beck ausgesuchte Ereignisse der Geschichte durch besondere Materialien, wie Berichte aus Münsteraner Schulen in Zeiten des Nationalsozialismus oder zu Beginn des Ersten Weltkrieges, aber auch mithilfe einer zweisprachigen Ausgabe des Code Napoleon aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Wie aktuell selbst das mittelalterliche Archivgut bleibt, wurde bei der Betrachtung einer Urkunde Ottos I. zur Bestätigung der Privilegien des Kloster Corvey deutlich. Deren Gestaltung und intendierte Wirkweise verdeutliche der Archivpädagoge durch Vergleiche zum Unterschriftsverhalten des US-Präsidenten bei öffentlichen Gesetzratifizierungen.
Zum Abschluss bekamen die Schülerinnen und Schüler noch einmal Gelegenheit, selbst mit Archivalien zu arbeiten. So wurden in Anlehnung an das Kursthema Industrialisierung historische Stadtpläne von Dortmund, Plakate zum Bergarbeiterstreik von 1889 oder auch Polizeiberichte zu Tätigkeit der Sozialdemokraten ausgewertet. Einen besonderen Leckerbissen hatte Herr Dr. Beck noch für die Facharbeitsschreiber bereit, denen er jeweils ein Materialpaket zu ihrem Themenbereich zusammengestellt hatte, das sie beginnen konnten auszuwerten und sich dabei im Entziffern der Fraktur- oder Sütterlinschrift übten.
So hat sich einmal mehr gezeigt, wie lebendig Geschichte bleiben kann – auch zwischen Regalen.

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