Ich sehe was, was du nicht siehst! – Augenpräparation in der Anatomie-AG

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Nachdem wir das Auge des Menschen in der Anatomie-AG von Herrn Sturm theoretisch behandelt haben, durften wir das Auge kurz vor den Ferien auch praktisch untersuchen und präparieren. In dieser Zusammenfassung wollen wir vorstellen, was wir in der praktischen Anatomie-AG-Doppelstunde gemacht haben!
Für die Präparation des Auges benötigt man folgende Materialien:   

• Zwei frische Schweineaugen
• Eine scharfe/spitze Schere
• Petrischale
• Ein scharfes Skalpell
• Ein großes Becherglas mit kaltem Wasser
• Eine spitze Pinzette
• Eine Präpariernadel
• Eine Wachsschale
• Einmalhandschuhe

Dokumentationsblatt über die einzelnen Bestandteile des Auges Schweineaugen kann man bei fast jedem Schlachter bestellen und abholen. Die Schweineaugen ähneln dem menschlichen Auge sehr und sind dadurch gut zur Veranschaulichung geeignet.
Als Erstes sollten wir den äußeren Aufbau des Auges beobachten und beschreiben, was wir sahen. Man konnte die Lederhaut (die äußerste, weiße Schicht des Auges) und die Pupille erkennen. Das Auge war allerdings noch teilweise von Muskeln und Fettgewebe ummantelt, welches wir noch abtrennen mussten. Dabei achteten wir darauf, den Sehnerv nicht zu beschädigen, den man als kleinen Stummel auf der Hinterseite des Augapfels finden konnte. Danach mussten wir das Auge in das mit Wasser gefüllte Becherglas halten und die letzten Fettreste abspülen.
Nun sollten wir die Präpariernadel aus 20cm Höhe auf das Auge fallen lassen und beobachten was passiert – die Präpariernadel prallte vom Auge ab. Daran konnte man feststellen, dass ein Augapfel elastischer ist als man vielleicht denkt. Jetzt sollten wir vorsichtig mit einem scharfen Skalpell die Lederhaut einritzen. Daraufhin haben wir mithilfe einer spitzen, scharfen Schere den Augapfel in zwei Hälften zerschnitten. Man musste dabei darauf achten, dass der Glaskörper nicht ausläuft. Die vordere Augenhälfte mit dem Glaskörper wurde zunächst in die Petrischale gelegt. Jetzt sollten wir die Netzhaut aus der zweiten Augenhälfte entnehmen. Dies funktionierte allerdings nicht so gut, weil die Netzhaut eng mit der darunter liegenden, schwarzen Pigmentschicht verbunden war. Nun sollten wir die Stabilität der Lederhaut testen, indem wir sie zwischen Daumen und Zeigefinger hielten.
Anschließend entnahmen wir den Glaskörper aus der vorderen Augenhälfte und beschrieben wie dieser sich anfühlt und aussieht: der Glaskörper war durchsichtig und hat sich gallertartig angefühlt (so ähnlich wie rohes Eiweiß). Nun sollten wir die Linse heraus präparieren und prüfen, wie leicht sie sich in ihrer Form verändern lässt. Außerdem testeten wir, wie stark sie ein Wort auf einem Blatt vergrößert.

Jetzt kam das zweite Auge ins Spiel: Zunächst schnitten wir mit einem scharfen Skalpell ein ca. 1cm² großes Stück, genau gegenüber der Pupille, heraus. Nun sollten wir durch das herausgeschnittene „Fenster“ auf eine brennende Kerze gucken, und beschreiben was wir beobachteten. Man konnte sehen, dass sich das Bild um 180° drehte, die Flamme stand also auf dem Kopf. Das gleiche passiert auch in unserem Auge, aber unser Gehirn „dreht“ das Bild wieder richtig herum.
Zum Schluss sollten wir alles aufräumen und die Tische und Präparationsmaterialien säubern und desinfizieren. Die Präparation des Auges war sehr interessant und es war spannend, einmal ein echtes Organ untersuchen zu können! Wir sind gespannt, welche Organe wir als nächstes in der Anatomie-AG kennen lernen werden!
Verfasst von Nils Münder & Josua Wallrabenstein

Nils schneidet ein Schweineauge in zwei HälftenSven und Josua entfernen Muskel und Fettgewebe vom Augapfel               

 

 

 

 

 

Malin Samma und Lily beraten sich während der Untersuchung der SchweineaugenViktoria und Dänni präparieren die Schweineaugen              

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