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Philosophie

Willkommen auf der Seite der Fachschaft Philosophie!

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bietet in der Sekundarstufe I in allen Jahrgangsstufen das Fach Praktische Philosophie an.

In der Sekundarstufe II wird das Fach Philosophie als reguläres Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes angeboten.

Unterrichtet wird das Fach von Frau Herbst, Frau Kötting, Frau Bachmann und Frau Büchel.

 

Philosophie

Umsetzung des Faches
Die Schüler und Schülerinnen der Oberstufe können das Fach Philosophie ab der Einführungsphase wählen. Sie haben die Möglichkeit, es dann bis zum Abitur weiterzuführen, und können es auch als Prüfungsfach wählen, wenn sie durchgehend, also in allen Halbjahren der Einführungs- und der Qualifikationsphase, den Unterricht besucht und Klausuren geschrieben haben.

AristoWer in der Oberstufe (EF bzw. Q1) nicht am Religionsunterricht teilnimmt, muss das Fach Philosophie belegen. Schüler und Schüler-innen, die Philosophie als durchgehendes Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgaben-feldes gewählt haben, müssen ein zusätzliches gesellschaftswissenschaftliches Fach ihrer Wahl belegen.

In der Oberstufe arbeiten wir in der mit den Lehrwerken „Philo Einführungsphase“ hrsg. v. Bernd Rolf und Jörg Peters (C.C. Buchner Verlag) 2014 und „Philo Qualifikationsphase“ hrsg. v. Bernd Rolf und Jörg Peters, Bamberg (C.C. Buchner Verlag) 2015.

Unterrichtet wird das Fach von Frau Herbst, Frau Kötting, Frau Bachmann und Frau Büchel.

 

Was ist Philosophie?

»Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken. [...] Die Philosophie soll die Gedanken, die sonst gleichsam, trübe und verschwommen sind, klar machen und scharf abgrenzen«.
(Ludwig Wittgenstein, Traktat 4.112)

Wittgensteins Zitat ist selbst Ausdruck einer bestimmten Philosophie. Die Frage danach, was Philosophie ist, ist nicht leicht zu beantworten. Im Allgemeinen lässt sich aber wohl sagen, dass sich das Feld philosophischer Bemühungen mit den drei Fragen, die der Philosoph Immanuel Kant vor über 200 Jahren formuliert hat abgrenzen lässt:

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?

Eine Antwort auf alle drei Frage wäre eine Antwort auf die Frage, was ist der Mensch?

 

Themen
Kants Systematisierung der Philosophie spiegelt sich im Lehrplan des Faches wider:

 Einführungsphase

Inhaltsfeld 1 

Der Mensch und sein Handeln

Inhaltliche Schwerpunkte 

  • Die Sonderstellung des Menschen
  • Werte und Normen des Handelns im interkulturellen Kontext
  • Umfang und Grenzen staatlichen Handelns

Inhaltsfeld 2

Erkenntnis und ihre Grenzen

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Eigenart philosophischen Fragens und Denkens
  • Metaphysische Probleme als Heruasforderung für die Vernunfterkenntnis
  • Prinzipien und Reichweite menschlicher Erkenntnis
Qualifikationsphase

Inhaltsfeld 3

Das Selbstverständnis des Menschen

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Der Mensch als Natur- und Kulturwesen
  • Das Verhältnis von Leib und Seele
  • Der Mensch als freies und selbstbestimmtes Wesen

Inhaltsfeld 4

Werte und Normen des Handelns

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Grundsätze eines gelingenden Lebens Nützlichkeit und Pflicht als ethische Prinzipien
  • Verantwortung in ethischen Anwendungskontexten

Inhaltsfeld 5

Zusammenleben in Staat und Gesellschaft

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Gemeinschaft als Prinzip staatsphilosophischer Legitimation
  • Individualinteresse und Gesellschaftsvertrag als Prinzip staatsphilosophischer Legitimation
  • Konzepte von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit

Inhaltsfeld 6

Geltungsansprüche der Wissenschaften

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Erkenntnistheoretische Grundlagen der Wissenschaften
  • Der Anspruch der Naturwissenschaften auf Objektivität

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziele des Faches

Kant war der Auffassung, man könne nicht Philosophie lernen, sondern nur das Philosophieren. Als Aufklärer fühlte er sich drei methodischen Regeln verpflichtet, die auch heute noch im Philosophieunterricht als zu erwerbende Kompetenzen zur Geltung kommen:

  1. Selber denken.
  2. Sich in die Stelle jedes andern denken.
  3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken.

Kants idealistischer Widerpart Georg Wilhelm Friedrich Hegel betonte schon bald, das Philosophieren übe sich am besten in der Auseinandersetzung mit den Systemen der Philosophie.

Denker

Ziel des Philosophieunterrichts ist es demnach, die Schülerinnen und Schüler zur philosophischen Problemreflexion zu befähigen und sie mit der ideengeschichtlichen Perspektive der Philosophie vertraut zu machen.

In der Erarbeitung der durch das Zentralabitur vorgegeben Inhaltsfelder werden zudem Kompetenzen in den Kompetenzbereichen Sach-, Methoden-, Urteils- sowie Handlungskompetenz entwickelt, die zur eigenständigen Problemreflexion verhelfen.

Für den Philosophieunterricht bedeutet das, dass die Schülerinnen und Schüler selbst philosophieren und nicht nur etwas über die Philosophie bestimmter Philosophen lernen. Das darf aber nicht mit dem bloßen Äußern seiner Meinung wie in einer Talkshow verwechselt werden, denn es kommt immer auf die Begründung und Rechtfertigung an, die ähnlich wie in der Mathematik sehr abstrakt und allgemeingültig entwickelt werden muss. Dabei werden verschiedene Fähigkeiten trainiert, die den Schülerinnen und Schülern nicht nur im Philosophieunterricht zugutekommen:

 

Sachkompetenz

  • Philosophische Problemstellungen in unterschiedlichen Inhaltsfeldern erfassen, darstellen und erläutern
  • Eigene Lösungsansätze und -beiträge entwickeln
  • Philosophische Ansätze, Positionen und Denkmodelle
    - erst analysierend-verstehend Erarbeiten und anschließend argumentativ rekonstruieren
    - in Anwendungskontexten erläutern sowie
    - gedankliche Bezüge zwischen ihnen herstellen und sie voneinander abgrenzen
  • Philosophische Begriffe klären und erläutern

 

Methodenkompetenz (Ziel: Beherrschung der zur philosophischen Problemreflexion notwendigen Verfahren)

  • Philosophischen Problemstellungen abstrahierend herausarbeiten
  • Philosophische Texte analysieren und interpretieren
  • Philosophischer Sachverhalte argumentativ, strukturiert und begrifflich widerspruchsfrei darstellen

 

Urteilskompetenz

  • Philosophische Ansätze, Positionen und Denkmodelle
    - kriteriengeleitet und argumentierend sowie in ihrer argumentativen Schlüssigkeit beurteilen
  • Zu philosophischen Problemen einen begründeten eigenen Standpunkt beziehen

 

Handlungskompetenz (Ziel: Orientierung im Denken)

  • verantwortbare Handlungsoptionen entwickeln
  • eigene Entscheidungen und Handlungen durch schlüssige Gründe und Argumente rechtfertigen
  • In rationalen Diskursen die eigene Position mit Bezugnahme auf die Positionen anderer vertreten

 

Inhaltlich stehen neben den Einzelthemen folgende allgemeine Ziele im Vordergrund:

  • Überblick über philosophische Grundpositionen erlangen
  • Hintergründe abendländischer Kultur kennen lernen
  • Wurzeln der (Natur-)Wissenschaft, des Staatswesens, der Moral und philosophischer Sinnentwürfe kennen lernen
  • Zusammenhang zwischen wissenschaftlichem Wissen und Weltbild erkennen

 

Was nun?

Wenn du überlegst, das Fach Philosophie zu wählen, dann wirst du dich im Fach wohl fühlen, wenn ...

 Horizont

  • du gerne nachdenkst,
  • dich ebenso gerne mit den Gedanken anderer auseinander setzt,
  • anspruchsvolle und längere Texte liest,
  • bereit bist, deinen Horizont zu erweitern und
  • vor allem akzeptieren kannst, dass es nicht auf alle Fragen eine (einfache) Antwort gibt.

 

 

Praktische Philosophie

Umsetzung des Faches

Nachdem das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium am Modellversuch des Landes NRW zur Einführung des Faches teilgenommen hat, wurde Praktische Philosophie für viele Jahre in den Klassen 9 und 10 unterrichtet. Seit einigen Jahren ist es nun gelungen, in jedem Jahrgang von der 5 bis zur 9 mindestens einen Kurs in Praktischer Philosophie einzurichten.

Auch in diesem Schuljahr beginnen wir im Jahrgang 5 mit dem Philosophieunterricht für all die Schülerinnen und Schüler, die Interesse an dem Fach Praktische Philosophie haben, aus dem Religionsunterricht ausgetreten sind und/ oder einer anderen Religionsgemeinschaft angehören. In aller Regel bleiben die Kurse bis zur Klasse 9 in ihrer Zusammensetzung konstant, obwohl die Schüler zu Beginn eines Halbjahres innerhalb der ersten 14 Tage noch wechseln können. Das Fach ist dem Religionsunterricht in der Sekundarstufe I gleichgestellt und damit auch versetzungswirksam.

In den Jahrgängen 5 und 6 arbeiten wir mit dem Lehrwerk "Menschen brauchen Menschen", hrsg. v. Barbara Brüning, Leipzig (Militzke) 2008; in den Jahrgängen 8 und 9 mit dem Lehrwerk "Sich orientieren", erarbeitet von K. Blesenkemper, H. Engels, B. Philipp, V. Steenblock und G. Tesak, München (bsv) 2002.

 

Ziele des Faches

Wichtigstes Ziel des Faches ist es, den Schülerinnen und Schülern Raum zu geben, menschliche Grundfragen zu diskutieren und zu reflektieren. Daher haben neben erkenntnistheoretischen und metaphysischen, besonders ethische Fragen und Probleme einen hohen Stellenwert.
Die Schülerinnen und Schüler haben im Philosophieunterricht die Möglichkeit, ihre Lebenseinstellungen im gemeinsamen Diskurs miteinander zu vergleichen und auf ihre Konsequenzen hin zu überprüfen. Auf diese Weise üben sie Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen sowie ihren Lebensweisen und -einstellungen zu entwickeln. Gleichzeitig lernen sie, eigene Werthaltungen auszubilden, die ihnen in einer pluralistischen Welt Orientierung geben.

Hände

Die Schüler lernen, philosophische Antworten zu verstehen und erkennen die weltanschaulichen Wurzeln bestimmter Haltungen. Neben den ethischen Fragen setzen wir uns im Philosophieunterricht auch mit Problemen auseinander, die die Schüler aus dem Politik- oder Geschichts-unterricht, der Biologie, der Kunst oder dem Deutschunterricht kennen. In diesem Fach geht es darum, beispielsweise die folgenden grundsätzlichen Fragen zu erörtern:
Welche Bedeutung hat die Arbeit für den Menschen? Welche Dinge braucht der Mensch wirklich? Worin können wir Glück finden? Wie bewältigen wir den Tod?

Diese und ähnliche Fragen werden methodisch so bearbeitet, dass die Schüler zunehmend zu logischem Denken und einer rationalen Beurteilung befähigt werden. Die Ausbildung einer Gesprächskultur, die Erziehung zu Verständnis und Toleranz sind für den Philosophieunterricht wesentlich.

Der Philosophieunterricht fördert durch seine Themenvielfalt und seine hohe methodische Variation die Ausbildung und Erweiterung von vier zentralen Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrer personalen, sozialen, methodischen Kompetenz sowie ihrer Sachkompetenz gefördert.

 

Themen

Das Fach Praktische Philosophie ist nicht von vornherein auf bestimmte Inhalte und Themen ausgerichtet. Ein Problem wird erst dann zu einem philosophischen Thema, wenn es in den Brennpunkt dreier Perspektiven gerückt wird, nämlich

  1. der personalen Perspektive (Alltagserfahrungen, personale Grunderfahrungen der Schülerinnen und Schüler),
  2. der gesellschaftlichen Perspektive (Wertvorstellungen und -konflikte innerhalb der Gesellschaft),
  3. der ideengeschichtlichen Perspektive (Leitvorstellungen und Ideen der philosophischen Tradition).

Das Kerncurriculum "Praktische Philosophie" bündelt mögliche Themen, die aus diesen Perspektiven beleuchtet werden können, in sieben Fragenkreisen. Da die Befähigung zu verantwortlichem Handeln oberstes Ziel des Faches ist, werden die Themen unter Rückbezug auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und entlang der vier kantischen Fragen entfaltet. So ergeben sich die folgenden sieben Fragenkreise:

Fragenkreise

Allgemeine Informationen zu den Lehrplänen als auch zur Leistungsbewertung finden Sie im Downloadbereich der Fachschaften.

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